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Die erste “Archaeological Bayuda Conference” fand vom 10. bis 12. September 2015 an der Universität Münster statt. Die Tagungsakten präsentieren den derzeitigen Stand der archäologischen und kulturhistorischen Forschungen über diese Region. Dieses Buch ist daher die erste umfassende Sammlung zu archäologischer Forschung in der Bayuda. Teil I ist den Ergebnissen des Survey-Projektes „Wadi Abu Dom Itinerary“ gewidmet, das von 2009 bis 2016 durchgeführt wurde. Im Teil II sind weitere bedeutende Untersuchungen in und über die Bayuda veröffentlicht, die das hohe archäologische Potential dieser Region darstellen.

Die Daten des Surveys (2009-2016) sind nun online! 

Archäologisches Museum Karima

Nach der Sonderausstellung „Tod und Ewigkeit“ im Archäologischen Museum Münster sind die in Kooperation mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin restaurierten Fundstücke aus den Friedhofsgrabungen im Wadi Abu Dom in den Sudan zurückgekehrt. Die Funde umfassen eiserne Pfeilspitzen, einen Daumenring sowie eine große Anzahl von Fayenceperlen (hier – in einer möglichen Rekonstruktion ihrer Tageweise – zu Ketten aufgefädelt) und sind seit Herbst 2017 Teil der Dauerausstellung des Archäologischen Museums Karima am Fuße des Gebel Barkal.
     

Aktuelle Publikationen

      

Die Bayuda und ihre Erforschung

Die Region im großen Bogen des Nils, in etwa zwischen den Städten Omdurman und Korti, wird Bayuda genannt. Dieses wüstenhafte Gebiet ist vor allem durch Geröll- und Felsareale sowie ausgedehnte Sandflächen gekennzeichnet. In der Mitte der Bayuda befindet sich eine beeindruckende Vulkanregion – von hier und einigen anderen Gebirgszügen entspringen Wadis, die das jährliche Regenwasser in den Nil transportieren. Die bedeutendsten dieser Talrinnen sind das Wadi Muqqadam und das Wadi Abu Dom. Der Fokus unseres Projektes liegt auf dem Wadi Abu Dom, das etwas südlich der Vulkanregion dendritischen Ursprungs ist und dann in etwa von Südost nach Nordwest zum Nil verläuft.

Karte03

Das große Gebiet der Bayuda ist bislang kaum archäologisch untersucht worden; erst eine 1952 von O.G.S. Crawford durchgeführte Erkundungstour etwa zwischen Damer und Abu Hamed lieferte erste Hinweise zu Altertümerstätten. Den Abschluss dieser Tour bildete ein viertägiger Abstecher von Damer in die innere Bayuda. 1954 durchquerten H.N. Chittick und P.L. Shinnie die Bayuda von Merowe aus Richtung Shendi. Die Strukturen von Umm Ruweim, Umm Quweib und Umm Khafur im Wadi Abu Dom wurden in ihrem Bericht skizzenhaft in ihren Grund­rissen aufgenommen. Nach dieser Erkundungstour wurde das Kloster von Ghazali, im untersten Abschnitt des Wadi Abu Dom gelegen, von P.L. Shinnie ausgegraben und publiziert.

ABC

Aus archäologischem Blickwinkel geriet die Bayuda seit der Ausgrabung Shinnies bis in die späten 1990er nahezu in Vergessenheit. Zwar kam es im Jahre 1989 in Umm Ruweim durch den sudanesischen Antikendienst (NCAM) zu einer Probegrabung an einem Grab, das leider ohne Funde war, doch erst 1997 fand unter der Leitung von T. Kendall in der südlichen Bayuda im Wadi Muqqadam ein Survey statt.

Seit 2009 wird von H. Paner (Archäologisches Museum Danzig) ein großflächiger Auto-Survey in der gesamten Bayuda durchgeführt, der das Ziel hat, größere Sites zu kartieren. Ebenfalls seit 2009 dokumentiert das Projekt „Wadi Abu Dom Itinerary“ durch sehr feinmaschige Begehungen menschliche Hinterlassenschaften im Wadi Abu Dom.