Umm Ruweim

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Umm Ruweim 1

Die komplexe Struktur in Umm Ruweim, als Umm Ruweim 1 bezeichnet, besteht aus zwei rechteckigen Raumkränzen und einem Zentralbau. Der gesamte Komplex hat vier L-förmige Eingänge, von denen aber drei nachträglich blockiert wurden. Nur der Haupteingang im Osten war weiterhin funktionstüchtig. Der Bau ist aus Trockensteinmauerwerk errichtet.

In der Ruine sind an den Ecken des äußeren Raumkranzes Treppen, aber auch im Hof des inneren Raumkranzes sind drei Treppen bzw. Rampen nachweisbar. Auch im Zentralbau ist eine Rampe erhalten.

Heute sind die Höfe leer, jedoch konnte durch geophysikalische Untersuchungen eine Reihe von regelmäßig angelegten Anomalien festgestellt werden, die wir derzeit als Gruben interpretieren. Eine dieser Gruben ist mit einem Mauerring umgeben, möglicherweise handelt es sich um eine Pflanzgrube.

In der Mitte des Komplexes ist ein quadratischer Bau sichtbar, dessen Orientierung deutlich von der der beiden Raumkränze abweicht. Im Hof des Zentralbaus ist eine würfelartige Plattform aus Stein. Möglicherweise handelt es sich um einen Altar oder eine Thronbasis – oder etwas völlig anderes.

Beide Raumkränze bestehen aus schmalen, ca. 2,2 m breiten Räumen, die aber stark in ihrer Länge differieren. Ein Raum im westlichen Bereich ist sogar 30 m lang! Während der Nutzungsphase wurden diese Räume verändert: so wurden Trennwände eingefügt oder Zugänge blockiert. Im inneren Raumkranz sind alle Räume außer denen im Westen verfüllt worden, um eine erhöhte Terrasse oder einen erhöhten Gang zu bilden.

Überall in den Wänden sind kleine Auslassungen, die wir als Fenster für Belüftung und Lichteinfall interpretieren. Im verfüllten Raumkranz sind diese Fenster mit größeren Steinen blockiert worden. Darüber hinaus sind die Wände mit Verputz versehen, der durch eine zweite Lage erneuert oder ausgebessert wurde.

In der Sondage konnte Holzkohle geborgen werden; die C14-Bestimmung gibt uns ein Zeitfenster zwischen 240 und 330 n.Chr. – also spätmeroitische bis frühe postmeroitische Zeit. Auch die gefundene Keramik bestätigt diese Datierung.

Umm Ruweim 2

Die Einfriedung von Umm Ruweim 2 liegt etwa 400 m östlich des Komplexes von Umm Ruweim 1. Heute präsentiert sich das Bauwerk als dammähnliche Steinumwallung einer quadratischen, ca. 67 x 67 m großen Fläche. Der Hof hat im Osten und Westen jeweils mittig einen Eingang. Durch geophysikalische Untersuchungen konnte eine Innenbebauung aus Lehmziegel (?) festgestellt werden, die Raumkränze ähnlich wie bei Umm Ruweim 1 und Quweib darstellen.

Nahe der Südmauer des Gevierts liegt ein Friedhof mit 45 „box graves“, die augenscheinlich aus Steinblöcken der Südmauer errichtet worden. Bisher ist keine Datierung bekannt, durch diesen Befund ist jedoch anzunehmen, dass das Gebäude vor dem Mittelalter errichtet wurde und in christlicher Zeit nicht mehr in Nutzung war.

Umm Ruweim 3

Etwa 400 m südlich von Umm Ruweim 1 liegt ein kleiner Ruinenhügel, bei dem einzelne Mauerreste sichtbar sind. Das Mauerwerk erinnert an die Bauweise von El Tuweina. Datierung und Funktion dieses kleinen Gebäudes sind bisher unbekannt.